Boxgemeinschaft Shake Hands

Mittwoch, 14 November, 2018
You are here : Home Aktuelles



Sport- und Gesundheitstag

Erfahrungsbericht zum Angebot "Disziplin und Integration durch Boxsport"

 

Zu Beginn waren wir skeptisch. Noch nie zuvor wurde am Sport- und Gesundheitstag ein Angebot zum Boxsport gemacht. Viele Fragezeichen standen über unseren Köpfen.

  • Wird das Angebot angenommen oder stehen wir nachher alleine im Ring?
  • Wie wird die Resonanz bei den anderen Lehrenden sein?
  • Können wir Interessierte ansprechend einbinden und beschäftigen?
  • Welchen Eindruck werden die Schüler/innen am Ende haben?

Auch wenn es stilistisch nicht korrekt ist, möchte ich das Endergebnis vorweg nehmen. Die Fragezeichen wichen allesamt sehr schnell und Ausrufezeichen prangten zum Schluss über unseren Köpfen! Aber erstmal der Reihe nach.

Am Mittwochabend luden wir das Equipment in Eckhards Lieferwagen. Ich bat noch einmal um die Präsenz der Vereinsführungsriege - dies sollte wenigstens die Anwesenheit von ein paar Leuten im Ring sichern. Recht früh am Donnerstag reservierte ich uns einen zentralen Platz auf dem Schulgelände. Damit konnten wir zumindest auf Laufkundschaft hoffen. Bereits als wir den Ring aufbauten, kamen die ersten Schüler/innen vorbei und erkundigten sich, ob wirklich Boxen angeboten werden würde und ob die mitmachen dürften. Allerdings war es noch recht leer. Um ein paar Leute anzulocken und die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken, schaltete ich die Musik an und begann mit dem Seilspringen. Schon versammelten sich die ersten Schüler/innen am Ring. Zu Anfang waren sie noch zurückhaltend und wir mussten sie überreden, durch die Ringseile zu steigen, denn im Ring standen sie im Mittelpunkt. Sie waren den Blicken aller anderen ausgeliefert - ohne Hilfe, allein mit dem Trainer. Einigen zog ich die Handschuhe an, zeigte ihnen die Grundstellung beim Boxen und ließ sie in die Pratzen schlagen. Erst kamen die Schrittfolge und die Führungshand. Sobald der Bewegungsablauf und die Koordination akzeptabel waren, folgte die Schlaghand. Am Ende schlugen alle Schüler/innen die erste Kombination "Führungshand, Schlaghand, abtauchen und raus". Durch diese Erfolge ermuntert sank die Hemmschwelle. Die Schüler/innen kamen unaufgefordert in den Ring und fragten, ob sie auch mitmachen dürften. Der Ordnung halber mussten sie zuvor eine Einverständniserklärung ausfüllen und durften dann an den Übungen teilnehmen. Die Schüler/innen waren sichtlich begeistert. Sie lernten einen kleinen Teil des technisch-taktischen Grundverhaltens im Boxsport kennen. Aber das war nur ein Bruchteil von dem, was sich insgesamt abspielte. Das sportliche Geschehen war lediglich die Oberfläche.

Die Mädchen und Jungs vollzogen bereits in dieser kurzen Zeit einen kleinen charakterlichen Wandel. Dies wurde in erster Linie deutlich, wenn ich die Deckung mit den Pratzen "abgeklopfte". Dabei kontrollierte ich durch leichte Stöße mit den Pratzen den richtigen sowie sicheren Sitz der Deckung. Die Jungs mussten in dieser Situation hauptsächlich Disziplin und Zurückhaltung unter Beweis stellen. Sie hatten meinen Anweisungen zu folgen und nur so zu reagieren, wie ich es verlangte. Anfangs schlugen sie oft unkoordiniert und wild auf die Pratzen, selbst wenn keine Aufforderung zum Schlag ereilt wurde oder nur die Deckung von mir geprüft werden sollte. Außerdem zeigte diese Schutzreaktion die Unsicherheit von einigen. Entgegen ihren gewohnten Empfindungen fühlten sie sich jetzt nicht mehr überlegen und als "Herr der Lage". Da stand nun auf einmal eine Person vor ihnen, der sie unterlegen waren, der sie sich unterordnen und öffnen mussten. Solche seltenen Konstellationen sind in vielen anderen Sportarten nicht möglich. Als Boxtrainer kann ich in diesen Fällen besonders Jugendliche mit einem schwierigen sozialen Hintergrund auf einer gemeinsamen sowie fruchtbaren Ebene erreichen, um Defizite zu fördern. Die Mädchen reagierten anders auf die Kontrolle der Deckung. Auch sie handelten zwar im Affekt mit einer Schutzreaktion, sobald ich sie mit den Pratzen berührte, aber sie waren eher ängstlich, verschreckt und zuckten zusammen. Dies verwundert bei der Situation natürlich nicht. Für die Mädchen war es demnach wichtig, Selbstbewusstsein zu gewinnen. Während der Übungen gewöhnten sie sich langsam an das Vorgehen. Sie wurden selbstsicherer und behaupteten sich aktiv. Die Schutzreaktionen nahmen ab, sie konzentrierten sich auf die Übung, ließen sich nicht mehr von den Pratzen beeinflussen und ihre Selbstsicherheit stieg merklich. Es war ersichtlich, dass der Boxsport ebenso wie bei den Jungs auch bei den Mädchen eine gute Grundlage für die Jugendarbeit bietet. Der Trainer genießt in der Regel ein sehr hohes Maß an Vertrauen und kann deshalb bei längerer Zusammenarbeit einen großen positiven Einfluss auf seine Schützlinge ausüben. Es ist nicht so, dass andere Sportarten prinzipiell schlechter für die Arbeit mit Jugendlichen geeignet sind, aber die Besonderheiten des Trainings von Kampfsportarten sowie deren Charakteristik erreichen gezielt Jugendliche mit einem sozialen Förderbedarf und bieten in dieser Hinsicht eine bessere Grundlage zur Betreuung, als Sportarten, bei denen eine weniger starke Selbstoffenbarung und geringere Vertauensbasis notwenig ist bzw. erzielt wird.

Im Laufe des Vormittags war die Nachfrage der Schüler/innen so groß, dass ich bis 13 Uhr keine Pause hatte und mein Kaffee kalt wurde. Die Beteiligung war mehr als erfreulich. Insgesamt hatte ich zehn Schülerinnen und 13 Schüler an den Pratzen. Noch mehr nahmen sich ein Seil und übten das Springen oder sahen gespannt zu. Die Kolleginnen und Kollegen hatten nur positive Worte übrig und waren sichtlich angenehm überrascht. Sie versammelten sich ebenso wie die Schüler/innen zahlreich um den Ring. Die Präsenz der Vereinsführung war nicht notwendig. Ich konnte kaum ein Wort mit den anwesenden Vorstandsmitgliedern wechseln. Das Feedback hätte nicht positiver ausfallen können. Wo waren nun die Fragezeichen?

Nicht unwesentlich war es am Ende, dass die Komplexität des Boxsports ansatzweise sichtbar wurde, sodass eine vorschnelle Verurteilung als primitive Disziplin vielleicht weiter nachlassen wird. Wir freuen uns nämlich darauf, auch in Zukunft die positiven sozialen sowie pädagogischen Effekte des Boxtrainings in den regionalen und hoffentlich auch schulischen Alltag einfließen zu lassen. Kampfsportarten haben ein großes Potential, die soziale sowie die charakterliche Entwicklung dauerhaft zu fördern, wenn das Training entsprechend aufgebaut und strukturiert ist. Prozesse, wie sie zuvor bei den Geschlechtern geschildert wurden, müssten dafür eigentlich ausgebaut und vertieft werden. Zumindest hatten wir hier die Möglichkeit, eine Fußnote zu setzen und damit waren wir auf jeden Fall sehr zufrieden.

Ein paar Eindrücke gibt es bei den Medien zu sehen.

 
Bilder vom Sport- u. Gesundheitstag 1

Bilder vom Sport- und Gesundheitstag 2009 - BBS I & II Leer

 

 

 

 

 

 
Ossiloop 2010

Van't Meer na Leer!

Unter dem Motto sind wir vor drei Wochen gestartet und gestern angekommen. Leer hat bewiesen, dass es nicht umsonst das Tor Ostfrieslands genannt wird. Die Stimmung beim Einlauf war einfach atemberaubend, was beim Laufen eigentlich eher hinderlich ist - nur kehrte sich diese Wirkung gestern um.

Der Schlauch von Leffers bis zum Denkmalsplatz glich einem Hexenkessel. Für den Moment schienen die Schmerzen von den Gelenken zu fallen und die Strapazen der letzten Wochen verschwanden plötzlich. Wer sich vielleicht zwischendurch nach über 65 km die Frage stellte, warum er das Ganze überhaupt mache, bekam nun prompt die Antwort. Darum! Allen physikalischen Gesetzen zum Trotz sprang die Atmosphäre auf die Läufer über, mobilisierte die letzten Reserven, setzte Endorphine frei - ja, elektrisierte geradezu.

Von der BG Shake Hands Leer nahmen Tobias und ich am Ossiloop teil. Wir sind stolz, zu den besten 200 Läufer des ehemals 2200 Leute starken Feldes zu gehören. Natürlich ist der Ossiloop "nur" ein Volkslauf und mit 14 km ist die längste Etappe zudem keine enorme physische Herausforderung, aber die sportlichen Leistungen der Teilnehmer sind deshalb noch lange keine schlechten. Uns war es vor allem wichtig, den Verein ordentlich zu präsentieren und ich denke, dass uns dies gelungen ist. Jedoch gingen die Belastungen auch an uns nicht spurlos vorbei. Tobias laborierte seit der vorletzten Etappe an einer Zerrung in der Wade und ich musste motivierende Gespräche mit meinen Knien führen. Aber es half nicht viel. Tobias hinkte gestern zur T-Shirt Ausgabe und ich werde in den kommenden Tagen alle Treppen meiden müssen. Trotzdem war es eine großartige Veranstaltung!

In diesem Sinne bedanken wir uns bei Edzard, Fortuna Logabirum, Edeka und Multi, Bünting, der Ostfriesen-Zeitung sowie allen anderen Vereinen und Helfern für ihren Einsatz. Wir wünschen allen Teilnehmern alles Gute und freuen uns schon auf den 30. Lauf - auch wenn es wieder nach Bensersiel geht ;)

Benjamin

Tobias (links) und ich mit unseren Vereinsshirts für den Ossiloop

Unsere Endplatzierungen

 
Kleinringveranstaltung Norden Mai 2010

Erfolgreicher Einstand der Boxgemeinschaft Shake Hands Leer!

Mit fünf Athleten fuhren wir am 02. Mai zur Kleinringveranstaltung beim BC Norden. Wie gewohnt war die Nachwuchsveranstaltung sehr gut organisiert und zahlreiche Vereine der Region nahmen mit Boxern unterschiedlicher Gewichts- sowie Altersklassen teil. Leider führte die kurzfristige Absage einzelner Vereine dazu, dass nur vier der fünf Leeraner in den Ring steigen durften. Didi musste gespannt außerhalb des Quadrats stehen und wartet immer noch auf seinen ersten Einsatz.

Kay-Uwe stieg als Erster ins kalte Wasser und machte nicht nur seinen ersten Kampf sondern auch den ersten für die BG überhaupt. Im Gegensatz dazu hatte sein Gegner Busimann vom Emder BAC bereits drei Kämpfe zu verbuchen. Für uns war dieser Unterschied noch vertretbar. Im Ring machte sich die größere Erfahrung des Emders allerdings bemerkbar. Die Superschwergewichtler lieferten sich harte Schlagabtausche, was auf beiden Seiten sichtbare Spuren hinterließ. In der dritten Runde brach der souveräne Ringrichter Hans-Hermann Bunger den Kampf dann vorzeitig ab. Im Amateurboxen wird großen Wert darauf gelegt, dass die Sportler nicht unnötig in Mitleidenschaft gezogen werden. Da Kays Kondition erschöpft war und er den Kampf nach Punkten nicht mehr gewinnen konnte, beendete der Unparteiische das Duell, nachdem der Boxer des BAC einige starke Treffer in Folge landete.

Noch vor der Pause war Eugen an der Reihe. Im Mittelgewicht der Senioren musste er gegen Waalkes vom Emder BAC antreten. Der kleine Eugen machte einen großen Kampf und niemand wäre dabei auf die Idee gekommen, dass er das erste Mal im Ring stand. Die ersten zwei Runden boxte er technisch einwandfrei und kam immer wieder zu klaren Treffern. Lediglich in der dritten Runde konnte sein Kontrahent kurz vor Schluss aufdrehen und seinerseits einige Schlagserien anbringen, die Eugen in Bedrängnis brachten. Leider entschied das Kampfgereicht nicht zuletzt durch die starke letzte Runde von Waalkes gegen uns. Auch im Publikum war das Ergebnis von 18 zu 20 Punkten nicht unumstritten, aber wir freuen uns, dass Eugen einen guten Kampf gemacht hat – egal wie das Ergebnis nun aussieht. Als Wertschätzung seiner guten Leistung wurde er zu einer Hochringveranstaltung in Hinte eingeladen, an der eigentlich keine Nachwuchsboxer teilnehmen.

Kurz vor Schluss kam dann die kämpferische Wende. René zeigte im Halbweltergewicht eine technisch gute Leistung und teilte sich auch seine Kraft passend ein. Er vermied somit die Kardinalfehler, die Debütanten eigentlich gerne machen. Über drei Runden war er seinem Gegenüber Magomed Ruslanovic vom BV Essen beinahe durchgehend überlegen und führte mit klaren Aktionen einen überlegten sowie sauberen Kampf. Am Ende ging er als einstimmiger Punktsieger aus dem Duell hervor.

Christoph hatte allerdings eine schwierige Aufgabe zu bewältigen. Sein Kontrahent aus Cloppenburg war nicht nur mehrfacher Landesmeister, sondern brachte auch vier Kilogramm mehr auf die Waage. Somit traten beide im Weltergewicht an. Da Christoph aus Weimar zu uns gekommen war und von dort schon ausreichend Erfahrung besaß, machten wir uns erst weniger Sorgen. Als dann jedoch beide Boxer im Ring standen, war der körperliche Unterschied schon beeindruckend. Davon ließ sich unser eingebürgerter Ostfriese allerdings nicht beeindrucken und baute wie auch sein Gegenüber Ilja Kusjakin einen starken Angriffs- sowie Konterkampf auf. Beide Athleten zeigten ein gutes, hartes, faires Duell, in dem sie zusätzlich ihre Nehmerfähigkeiten unter Beweis stellen mussten. Am Ende führten die klareren Treffer zum zwei zu eins Punktsieg von Christoph.

Alles in allem waren wir mit dem Verlauf sehr zufrieden. Ungefähr 200 Zuschauer besuchten die Kleinringveranstaltung und sorgten für entsprechende Stimmung. Im Ablauf des Kampftages wurde die Routine der Norder Riege sichtbar. Alles verlief beeindruckend koordiniert. Am Ende hatte sogar das NBSV Urgestein Helmut Jacob ein lobendes Wort für uns übrig: „Ihr habt eure Leute gut vorbereitet. Es war niemand dabei, den man nicht ohne Bedenken in Ring stellen konnte!“

In diesem Sinne bedanken wir uns hiermit sehr beim BC Norden für die Einladung sowie die Ausrichtung, bei den anderen Vereinen und bei den Zuschauern! Außerdem möchte ich mich dafür entschuldigen, dass einige Boxer nur mit Nachnamen genannt werden. Leider waren die Vornamen in den Kampfbüchern nicht verzeichnet.

Nicht zu vergessen, noch lieben Dank an Sven für die vielen tollen Schnappschüsse! Hier gibt es einmal eine Auswahl der Bilder in einer Galerie und das ganze Paket als „zip“ Datei.

Benjamin

 
04.03.10 Veranstaltung in Hinte

Am Freitag den 04.06.10 findet kein Training statt. In Hinte gibt aus auf dem Marktplatz im Festzelt eine Hochringveranstaltung, bei der Eugen und Christoph kämpfen sollen. Eckhard ist um 19 Uhr an der Förderschule und kann von dort aus den ein oder anderen mitnehmen. Wer mitfahren will oder sich auch als Fahrer anbietet, sollte kurz vorher auf dem Parkplatz warten. Die Boxer treffen sich mit Michael, Bernhard und mir um 17:30 Uhr an der Halle. Das Festzelt müsste in der Brückstraße stehen. Hier ein Link zu Google Maps (Routenplaner). Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.

 
<< Start < Zurück 31 32 Weiter > Ende >>

Seite 31 von 32